Ostern 2013
Vor fünf Minuten piepte mein Handy. Die DHL-App meldete:"Paket wird in 30 Minuten angeliefert!" Es ist Ostersamstag und in dem Päckchen muss mein Iphone-Health sein. Das "healthPhone", wie diese Generation Iphone auch genannt wird, ist ein Produkt der neuen Apple-Tochter Microsoft. Und ich bekomme es geschenkt. Wieso? Ich bin in der richtigen Krankenkasse versichert. Denn die Allgemeine Bundeskrankenkasse (ABK) ist die einzige, der noch drei verbliebenen Krankenkassen, die als TrustCenter (SicherheitsCenter) diese sicheren healtPhones vertreiben darf.
Nachdem Ende 2011 Frau Merkel über die Westerwelle-Verschwörung den Posten räumen musste, regiert unserer Kanzler Rösler. Schon nach einem Monat wurde das "Gesundheitskarten-Projekt" begraben. Nach sechs Monaten schrumpfte die Anzahl der Krankenkassen auf nur noch drei. Nach der Abschaffung der Kassenärztlichen Vereinigungen und Einführung der Bürgerversicherung, vollzog sich dieser Vorgang rasant.
Rösler begriff, dass ein Smartphone besser als eine Chipkarte für die Gesundheitstelematik geeignet ist. Und als Apple dann Microsoft übernahm und als eHealth-Provider umstrukturierte, wurde das healthPhone zum Erfolgsprodukt. Eigentlich glich es dem Iphone 5. Allerdings enthielt die Smartphone-Rückseite allerlei Sensorik. Ein Multi-Infrarotsensor kann sowohl die Körpertemperatur messen und auch als Puls-Oxymeter dienen. Die geteilte Edelstahl-Oberfläche kann auf den Brustkorb gelegt werden und leitet sodann ein EKG ab. Die Multi-Kamera kann für die verschiedensten Apps zum Einsatz kommen. So gibt es die Dent-App, mit der man in den offen Mund filmen kann und die App registriert automatisch vermeintlichen Karies. Mit der App "SkinCheck" werden Patienten mit vielen "Leberflecken" regelmäßig aufgefordert, bestimmte Hautpartien aufzunehmen. Jede auffällige Veränderung wird dann von der App ausgewertet und bei Bedarf zum eigenen Hautarzt versendet.
Dieses healthPhone also wurde von Rösler ausgewählt, die Gesundheitskarte zu ersetzen. Und die ABK gewann die Bewerbung als TrustCenter. Damit sollte die Identität und die Verknüpfung mit den relevanten Versicherungsdaten sichergestellt werden. Schließlich ließ sich ja damit nun zum Beispiel die Praxisgebühr per Paypal bezahlen und Medikamente direkt bei Amazon-Pharm bestellen.
Ostern 2013 sollten nun alle ABK-Versicherten ein großzügiges Geschenk erhalten - das "healthPhone"!
Es klingelt an der Tür und ich werde aus meinen Gedanken gerissen. Pünktlich auf die Minute übergibt mir der Bote das kleine Päckchen. Gespannt packe ich es aus. Ich tippe auf das Display und in einem weißen Apfelsymbol steht mein Name. Ein schwarzer Schriftzug blinkt hektisch:" Bitte Finger für Finger-Print-Scan auf das Display legen!".
Ach ja, für das Log-in muss das healthPhone noch meinen Fingerabdruck lernen. Alternativ kann man sich per Sprachanalyse oder Iris-Scan einloggen. Und dann bin ich auch schon ON. Die wichtigste App ist das "HealthConnectingCenter" - meine persönliche Gesundheitszentrale. Ich hatte schon viel davon gelesen und reizt es mich, diese innovative Software auszuprobieren...
Fortsetzung folgt --> "Meine erste, ernsthafte Nutzung des healthPhones"
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