Dutzende speziell auf Diabetiker zugeschnittene Apps befinden sich in der Entwicklung oder sind bereits auf dem Markt. So erscheint in den nächsten Wochen das mobile Gesundheitssystem "Diabetes Manager ", das in den USA bereits klinisch getestet und zugelassen ist. Die App wird zum persönlichen Doktor des Patienten: Sie speichert die Blutzuckerwerte in einer Datenbank, sagt, wann und in welcher Dosierung ein Medikament einzunehmen ist, und gibt je nach Gesundheitszustand spezielle Anweisungen, um einen Insulin-Schock zu vermeiden.
In einem Forschungsprogramm der Uni-Klinik Essen wird zurzeit die iPhone-App "iNephro" getestet. Sie soll vor allem bei chronisch Kranken die regelmäßige Einnahme der Tabletten unterstützen. Der Patient erstellt mithilfe seines iPhones, des weltweit meistverkauften Smartphones, einen Einnahmeplan. Das Handy schlägt zum richtigen Zeitpunkt lautstark Alarm: "Jetzt musst du wieder deine Pille einnehmen!" Aber moderne Apps leisten künftig noch mehr: Diabetiker können ihre Blutzuckerwerte vom Messgerät via Bluetooth in ein vomArzt einsehbares Online-Tagebuch einstellen. So entfallen zeitraubende, teure stationäre Untersuchungen. Der Arzt überwacht via Internet den Gesundheitszustand des Patienten und kann gegebenenfalls per Fernsprechstunde eingreifen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Telemedizin.
Der Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), August-Wilhelm Scheer, ist sicher: "Spezielle Gesundheits-Apps eignen sich hervorragend zur Übertragung und Speicherung individuellerPatientendaten und können den Gang in die Arztpraxis oft überflüssig machen. Die mobilen Gesundheitslösungen können helfen, den dramatischen Kostenanstieg im Gesundheitswesen abzufedern."
Die medizinischen Apps stehen allerdings schon in der Kritik. Es fehlt bei der neuen Technologie ein gemeinsamer Standard. Was weltweit Hunderte von App-Entwicklern basteln, passt aufgrund unterschiedlicher Systeme nicht immer zusammen. Die größere Gefahr sehen die Kritiker aber im Datenschutz. Da die ermittelten Bio-Daten kabellos und unverschlüsselt ans Handy gesendet werden, sind sie vor dem Zugriff Dritter nicht sicher. Kritiker befürchten, dass der Patient "gläsern" wird: Die Daten ermöglichen nicht nurKrankenkassen , sondern vielleicht auch dem Staat, ein genaues Profil vom Bürger zu erstellen - über seine sportlichen Aktivitäten, seine Essgewohnheiten, seinen Alkoholkonsum, seine Fettleibigkeit und seine sexuellen Kontakte.
Im Internet malen satirische Zeitgenossen die Orwell'sche Zukunft bereits schlagzeilenartig aus: "Krankenkasse stellt Behandlung ein, weil Tabletteneinnahme dreimal vergessen wurde" oder "Pizzadienst verweigert Lieferung - der Cholesterinwert ist zu hoch."
In einem Forschungsprogramm der Uni-Klinik Essen wird zurzeit die iPhone-App "iNephro" getestet. Sie soll vor allem bei chronisch Kranken die regelmäßige Einnahme der Tabletten unterstützen. Der Patient erstellt mithilfe seines iPhones, des weltweit meistverkauften Smartphones, einen Einnahmeplan. Das Handy schlägt zum richtigen Zeitpunkt lautstark Alarm: "Jetzt musst du wieder deine Pille einnehmen!" Aber moderne Apps leisten künftig noch mehr: Diabetiker können ihre Blutzuckerwerte vom Messgerät via Bluetooth in ein vom
Der Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), August-Wilhelm Scheer, ist sicher: "Spezielle Gesundheits-Apps eignen sich hervorragend zur Übertragung und Speicherung individuellerPatientendaten und können den Gang in die Arztpraxis oft überflüssig machen. Die mobilen Gesundheitslösungen können helfen, den dramatischen Kostenanstieg im Gesundheitswesen abzufedern."
Die medizinischen Apps stehen allerdings schon in der Kritik. Es fehlt bei der neuen Technologie ein gemeinsamer Standard. Was weltweit Hunderte von App-Entwicklern basteln, passt aufgrund unterschiedlicher Systeme nicht immer zusammen. Die größere Gefahr sehen die Kritiker aber im Datenschutz. Da die ermittelten Bio-Daten kabellos und unverschlüsselt ans Handy gesendet werden, sind sie vor dem Zugriff Dritter nicht sicher. Kritiker befürchten, dass der Patient "gläsern" wird: Die Daten ermöglichen nicht nur
Im Internet malen satirische Zeitgenossen die Orwell'sche Zukunft bereits schlagzeilenartig aus: "Krankenkasse stellt Behandlung ein, weil Tabletteneinnahme dreimal vergessen wurde" oder "Pizzadienst verweigert Lieferung - der Cholesterinwert ist zu hoch."
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen